Daniel Wendel

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Google for Jobs: Aus Sicht der Bewerber (Teil 4)

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Google for Jobs aus Sicht der Bewerber

Google for Jobs wird die Stellensuche verändern – auch in der Schweiz. Denn dass Google Jobs auch bei uns angeboten wird, ist nur noch eine Frage der Zeit. Wer auf Jobsuche ist, sollte sich deshalb auf die neuen Bedingungen vorbereiten. Wie geht man als Bewerber mit dem neuen Google Jobportal um? Wir geben jetzt schon Antworten.

Google mischt den Stellenmarkt auf

Frag einfach Google. Das gilt nicht nur für Wissensfragen oder die Recherche nach günstigen Angeboten für Produkte aller Art. Auch Jobsuchende nutzen die grosse Suchmaschine für ihre Zwecke – und Google verspricht, dass diese Suche jetzt noch effektiver wird: mit Google for Jobs. Heute erscheint bei einer Suchanfrage nach Stellenangeboten auf google.ch noch die gewohnte Google-Ergebnisliste. Hier dominieren Einträge von monster.ch, jobs.ch oder anderer grosser Stellenportale.

In Zukunft wird auf der Schweizer Google-Seite eine deutlich hervorgehobene Box erscheinen – wie jetzt schon in Deutschland. In diesem Kasten werden die Angebote aufgelistet, die zu einer Anfrage passen. Wie sieht diese Box aus?

Google for Jobs Box
Google for Jobs Box auf Google.de
  • An vorderer Position der Suchergebnisse erscheint ein blauer Balken – zum Beispiel mit dem Inhalt „Jobs in der Nähe von X-Stadt“.
  • Darunter finden sich kleine Buttons mit der Möglichkeit zur näheren Eingrenzung.
  • Den Hauptteil machen Kurz-Infos über ausgewählte Stellen aus, auf die der Suchende direkt klicken kann.
  • Beim Klick auf eine Auswahl oder auf „weitere Stellenangebote“ gelangt man direkt zu Google Jobs – und hier warten weitere Funktionen.

So ist zumindest der derzeitige Stand, wenn man in Deutschland eine Jobsuche bei Google eingibt. Mit der Zeit werden sich gewiss Änderungen ergeben.

Über die wichtigsten Punkte der neuen Google Stellenbörse haben wir bereits im ersten Teil berichtet (Erste Erfahrungsberichte zu Google for Jobs). Das Wichtigste:

  • Die Google Jobbörse ist kein eigenständiges Stellenportal, sondern listet passende Angebote übersichtlich auf.
  • Im Prinzip ist Google for Jobs eine optimierte Jobsuche. Die Daten selbst werden nicht von Google bereitgestellt. Die Suchmaschine durchforstet das Netz und zieht die relevantesten Informationen heraus.
  • Jede Stelle erscheint nur einmal, auch wenn sie auf mehreren Webseiten angeboten wird.
  • Die prominent platzierte blaue Box mit den Stellenanzeigen bietet dem Bewerber viele praktische Funktionen.

Der neue Meta-Dienst für die Stellensuche

Auch im Internet ist der Stellenmarkt eine lukrative Einnahmequelle für Unternehmen. Die Suche nach Stellen machen sich Jobportale, Stellenvermittlungen und Social-Media-Seiten zunutze. Die Anbieter lassen sich in drei Gruppen einteilen:

  • Global agierende Jobbörsen wie Indeed, Monster oder Stepstone bieten für jede Region und jede Berufsgruppe Stellenanzeigen an.
  • Auf Regionen oder Berufsgruppen spezialisierte Jobportale überzeugen mit einem differenzierten Angebot.
  • Auch die sozialen Netzwerke (Xing, LinkedIn und andere) werden zur Jobsuche genutzt.

Google for Jobs bedient sich dieser Angebote. So wird die Suchmaschine auf dem Stellenmarkt zu einer Art optimierter Meta-Dienst für Stellensuchende. Der Clou dabei ist der Grundsatz, dass jede Stelle in der blauen Box nur einmal angezeigt wird. Kein Duplicate Content – das gilt auch für Jobs. Sogar noch etwas radikaler: Während bei den normalen Suchergebnissen Duplicate Content herabgestuft wird (also erst auf den hinteren Plätzen gefunden wird), „dedupliziert“ Google for Jobs identische Inserate. Und da ist es klar, dass Google nur diejenigen Anzeigen auswählen wird, die dem Suchenden den grössten Mehrwert vermitteln. Sprich: die meisten Informationen bieten. Allerdings ist die Gefahr natürlich nie ausgeschlossen, dass die Algorithmen Duplikate nicht erkennen – insbesondere dann, wenn Anzeigen zum selben Job unterschiedlich viele Informationen enthalten.

Dies führt zum Beispiel dazu, dass Google Stellenanzeigen mit Gehaltsinformationen vorzieht oder das in Aussicht gestellte Gehalt aus anderen Quellen generieren wird. Das ist ein dickes Plus für die Bewerber: Sie kennen von Anfang an die Basis der Gehaltsverhandlungen. Über kurz oder lang werden auch die Arbeitgeber nicht darum herumkommen, ihre Anzeigen so transparent wie möglich zu gestalten. Das gilt gerade in Zeiten, in denen spezialisierte Fachkräfte gesucht werden.

Die Funktionen von Google Jobs optimal nutzen

Und wie sieht die Stellensuche mit Google for Jobs konkret aus? Bewerber profitieren von vielen Filter-Funktionen, die sich oben direkt unter der blauen Leiste finden. Beispiele:

  • Regionale Eingrenzung der Angebote – nach Entfernung oder Ort.
  • Die neuesten Anzeigen zuerst – Sortieren nach Datum der Veröffentlichung.
  • Begrenzung der Suche nach Vollzeit, Teilzeit oder Aufträgen für Freelancer.
  • Auswahl bestimmter Arbeitgeber.

Klar: Diese und ähnliche Möglichkeiten werden auch von den meisten anderen Stellenportalen angeboten. Doch bei Google Jobs erweisen sich diese Funktionen angesichts der breiteren Stellenauswahl als noch effizienter.

Ruft man eine bestimmte Stellenanzeige auf, finden sich dort die wichtigsten Informationen. Oben unter der Überschrift sind blaue Buttons platziert, die direkt zur Online-Bewerbung führen – zum Beispiel bei einem Stellenportal, einem Social-Media-Dienst oder direkt beim Arbeitgeber. Dieser Punkt macht den Vorteil von Google Jobs ganz deutlich: Der Bewerber ist nicht mehr darauf angewiesen, diverse Jobportale zu durchforsten. Diese Arbeit nimmt ihn Google ab.

Durch Antippen des Lesezeichens können registrierte Google-User interessante Stellenangebot speichern. Teilen über Facebook, Twitter oder E-Mail ist ebenfalls möglich. Die neue Google-Box bietet noch weitere Vorteile: zum Beispiel Arbeitgeber-Bewertungen und Rezensionen. Dank der Speicher-Funktion hat der Stellensuchende immer einen guten Überblick und kann die Angebote leicht vergleichen.

Und wer immer als Erster informiert sein will, aktiviert den Google-Jobs-Alert: Sobald die Google Robots ein neues, passendes Stellenangebot finden, wird der Bewerber per E-Mail informiert. Ein grosser Vorteil für alle, die besonders dringend einen neuen Job suchen.

Jobportale werden sich umstellen

Es ist klar, dass die bisherigen Platzhirsche – also die grossen Online-Stellenportale – auf die Google-Herausforderung reagieren müssen. Einzelheiten hierüber sind im zweiten Teil unserer Serie nachzulesen (Was ändert sich aus Sicht der Jobportale?). Und auch die klassischen Stellenvermittlungen werden auf die neuen Entwicklungen reagieren müssen. Was sich für die Unternehmen aus dieser Branche ändert, ist im dritten Teil nachzulesen.

Die Bedingungen auf dem Stellenmarkt werden also härter. Aber eine schärfere Konkurrenz wirkt sich positiv für diejenigen aus, die auf Stellensuche sind. Die Bewerber profitieren, weil sie der Zielgruppe angehören. Schliesslich möchte jedes Jobportal möglichst viele Klicks bekommen. Auf dem Online-Markt für Stellenanzeigen zählt hierfür letztlich nur ein überzeugender Mehrwert für den User.

  • Tipp: Stellensuchende sollten sich jetzt schon bei den grossen Stellenportalen umsehen und nach neuen Funktionen und Angeboten suchen, die in Erwartung der Google-Konkurrenz angeboten werden.

Ein weiterer Vorteil für die Bewerber ist die Tatsache, dass die Arbeitgeber gefordert sind, ihre Stellenanzeigen nach und nach zu optimieren. Denn die Anbieter von offenen Stellen haben (zumindest zurzeit) keine Möglichkeit, ihre Anzeigen direkt bei der Google Jobbörse zu posten. Ob sich dies früher oder später ändert, wird sich zeigen. Dafür spricht zumindest, dass Google nicht ausschliesslich aus Nächstenliebe handelt – auch nicht bei der Jobbörse.

Der vorerst einzige Weg, um bei Google for Jobs platziert zu werden, sind strukturierte Daten mit möglichst vielen standardisierten Informationen. Dies schafft für die Bewerber einen noch besseren Überblick.

Was ändert sich bei der Stellensuche in der Schweiz?

Google for Jobs wird die Online-Stellensuche in der Schweiz revolutionieren. Darauf deuten auch die ersten Erfahrungen in Deutschland hin. Hier wurde Google Jobs innerhalb kürzester Zeit zum Marktführer. Quasi über Nacht verdrängte das Google Jobportal alle anderen Einträge. Bei etwa 90 Prozent der Suchanfragen rangiert die blaue Box an erster Stelle der Suchergebnisse.

Für die Bewerber wird sich die Jobsuche vereinfachen. Sie müssen nicht mehr die unterschiedlichsten Portale durchforsten und dort möglicherweise immer wieder auf dieselben Stellen stossen. Eine Eingabe bei Google genügt, und die verfügbaren Jobs werden übersichtlich angezeigt. Dabei sollen Doppelungen (also derselbe Job in mehreren Anzeigen) vermieden werden. Google Jobs bevorzugt die Anzeigen mit den umfangreichsten Inhalten. Dass dies allerdings (noch) nicht immer klappt, liegt wohl an der Schwierigkeit der Materie.

Die Feinjustierung erfolgt dann in der Google for Jobs Box: Standort des Unternehmens, Aktualität der Anzeige, Gehalt und vieles mehr.

Die Stellensuche wird also schneller und einfacher. Eine simple Google-Anfrage sowie einige Eingrenzungen im Suchfeld sorgen für bessere Ergebnisse, die vorher nur mit einer Recherche bei mehreren Online-Stellenportalen, Karriere-Netzwerken und Unternehmensseiten möglich waren.

Und deshalb wird es auch bei uns in der Schweiz zukünftig bei der Jobsuche heissen: „Ich googel das mal schnell.“ Für eine Job-Anfrage reicht das Google-Suchfeld: gewünschte Tätigkeit, gewünschter Ort, vielleicht sogar noch das gewünschte Gehalt – und schon liefert die kleine blaue Box passende Ergebnisse.

Fazit

Die bisherigen Marktführer auf dem Online-Stellenmarkt werden es schwer haben, gegen die übermächtige Google-Konkurrenz zu bestehen. Zukünftig werden sich die Online-Stellenportale wahrscheinlich primär darum bemühen, mit ihren Anzeigen beim neuen Google Stellenportal vertreten zu sein. Der Weg zum Kunden erfolgt dann fast nur noch über Google. Aber genau diese Situation eröffnet den Bewerbern viele Vorteile. Die Konkurrenz zwischen den Online-Stellenanbietern wird grösser, weil sie um gute Positionen in der Google Stellenbörse kämpfen müssen. Arbeitgeber werden zwangsläufig mehr und bessere Informationen zu den ausgeschriebenen Stellen anbieten, weil die Google-Jobbox auf Mehrwert für den User setzt. Es wird für Jobsuchende also wahrscheinlich einfacher, die passende Stelle zu finden.

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