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EEAT, SEO und ChatGPT - Was steckt hinter den Google Rater Guidelines?

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EEAT, SEO und ChatGPT - Was steckt hinter den Google Rater Guidelines?

Aus den drei Buchstaben, die in der SEO-Welt seit einigen Jahren für mehr Verwirrung als Klarheit sorgen, sind vier geworden: EAT heisst jetzt EEAT. Ein guter Anlass, um den Geheimnissen von Googles Richtlinien für Such-Evaluatoren auf den Grund zu gehen. Was bedeutet EEAT für die Suchmaschinenoptimierung? Ist es sinnvoll, sich an diesem Google-Konzept zu orientieren? Und was hat Künstliche Intelligenz damit zu tun?

Was ist EEAT?

Das Schlagwort EAT geistert seit 2018 durch die SEO-Szene. Die drei Buchstaben stehen für 

  • E wie Expertise
  • A wie Authoritativeness
  • T wie Trustworthiness

Im Dezember 2022 wurde dieser Abkürzung ein neues E vorangestellt: 

  • E wie Experience

Hinter dem Ganzen steht wieder einmal Google, die mächtige Suchmaschine. Wer EEAT verstehen will, sollte die folgenden vier Punkte kennen: 

  1. Google prüft laufend die Qualität seiner eigenen Suchergebnisse für bestimmte Suchanfragen. Die SERPs (Search Engine Result Pages) werden ständig kontrolliert. 
  2. Für diese Prüfung werden auch Menschen eingesetzt. Das sind die sogenannten Such-Evaluatoren oder Quality Raters.
  3. Die Quality Raters orientieren sich an Richtlinien. Diese Richtlinien hat Google hier veröffentlicht: Search Quality Evaluator Guidelines.
  4. In den Guidelines spielen die Merkmale Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness eine besondere Rolle. 

Google wäre nicht Google, wenn es am Ende nicht um Algorithmen ginge. So ist es auch bei EEAT. Such-Evaluatoren werden eingesetzt, um die von Algorithmen generierten Suchergebnisse zu überprüfen. Diese menschlichen Bewertungen nimmt der Google-Algorithmus wiederum auf, um sich selbst im Sinne von EEAT ständig zu verbessern – auch EEAT nutzt also maschinelles Lernen.  

Die EEAT-Elemente im Einzelnen

Was steckt hinter den einzelnen Faktoren von EEAT? Hier ist ein kurzer Überblick: 

1. Experience

Das neu hinzugekommene E heisst Experience – Erfahrung. Die Qualität der Inhalte oder die Glaubwürdigkeit von Informationen hängt unter anderem davon ab, ob der Autor sozusagen aus erster Hand berichtet. Ein Beispiel:

  • Zwei Artikel befassen sich mit dem Produkt X.
  • In Artikel 1 berichtet der Autor über seine eigenen Erfahrungen beim Gebrauch des Produkts.
  • Artikel 2 befasst sich allgemein mit dem Produkt.

Hier würde Artikel 1 unter dem Aspekt der unmittelbaren Erfahrung mit dem Produkt X besser punkten. 

2. Expertise

Expertise heisst Fachwissen. Hier geht es darum, inwieweit sich der Autor in der betreffenden Nische bereits als Experte erwiesen hat. 

  • Zwei Artikel befassen sich mit gesunder Ernährung.
  • Artikel 1 wurde von einer renommierten Ernährungswissenschaftlerin verfasst.
  • Artikel 2 wurde von einem Blogger verfasst, dessen Posts sich mit allgemeinen Themen befassen.

Weil der Verfasser des ersten Artikels mehr Expertise aufweist, rankt er besser als Artikel 2. 

3. Authoritativeness

Authoritativeness steht bei EEAT weniger für Autorität als für Massgeblichkeit. Der Autor des Contents hat das Thema entscheidend beeinflusst – zum Beispiel durch neue Ideen oder Erkenntnisse. Die Abgrenzung zum Punkt Expertise ist schwierig. Wer Expertise hat, hat in der Regel auch Autorität und Einfluss. 

4. Trustworthiness

Trustworthiness steht für Vertrauen. Eine Website geniesst Vertrauen, wenn die User ohne Weiteres bereit sind, den dort enthaltenen Informationen zu vertrauen. Auch hier fällt es schwer, klare Abgrenzungen zu vorangegangenen Punkten zu finden. 

Ist EEAT ein Ranking-Faktor?

Besseres Ranking dank EEAT? So einfach ist es nicht. EEAT ist selbst kein Ranking-Faktor – jedenfalls nicht unmittelbar. Denn die Such-Evaluatoren bewerten nicht direkt die Qualität einer einzelnen Website. Es geht um das System von Google und die SERPs. Die Search Quality Raters helfen Google bei der Kontrolle der eigenen Algorithmen. 

„Die Evaluatoren haben keinen Einfluss auf das Ranking von Seiten. Ihre Ergebnisse fließen nicht direkt in unsere Ranking-Algorithmen ein. Wir verwenden diese Bewertungen eher wie ein Restaurant die Gästefragebögen oder Bewertungskarten seiner Besucher. Anhand des Feedbacks können wir feststellen, ob unsere Systeme funktionieren.“

Google Search Central (26. April 2023)

Aber der indirekte Einfluss von EEAT auf die Beurteilung einzelner Websites ist damit natürlich nicht aus der Welt. Um im Bild zu bleiben: Wenn ein Restaurant aufgrund des Gäste-Feedbacks erkennt, dass bestimmte Speisen nicht ins eigene Konzept passen, wird sich dies auch auf die Lieferanten auswirken. Entsprechendes gilt für die Betreiber von Webseiten, die Google das Material für die SERPs liefern. 

Zwischenfazit: EEAT ist faktisch ein Ranking-Faktor. Wer suchmaschinenoptimierte Seiten erstellen möchte, kommt um EEAT wohl nicht herum. Doch für welche Websites gilt EEAT? Die Antwort heisst YMYL. 

Geld oder Leben: YMYL

Für welche Websites ist Google EEAT relevant? Hierauf gibt Google eine einfache Antwort: EEAT bewertet YMYL-Seiten. YMYL ist die Abkürzung für „Your money or your life“. Geld oder Leben. Es geht also um wirklich wichtige Dinge. YML-Seiten sind zum Beispiel 

  • Nachrichten und Artikel zu den Themen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Technologie, 
  • Finanzen, Steuern und rechtliche Themen, 
  • sensible Themen wie Gesundheit, Medikamente, Krankheiten usw. 

Auch wenn sich EEAT offiziell nur auf eine begrenzte Kategorie von Online-Inhalten bezieht, sollten sich auch andere Webseitenbetreiber an diesem Konzept orientieren. Denn mit EEAT liefert Google offizielle Kriterien dafür, was die mächtigste Suchmaschine als hohe Qualität bewertet. Es kommt sonst nicht so häufig vor, dass sich Google in Bezug auf seine Bewertungskriterien in die Karten schauen lässt.  

Die Guidelines sind also eine gute Orientierung für hochwertigen Content, der auch bei Google punktet. Ganz gleich, um welche Art von Inhalten es geht. Deshalb sind auch E-Commercer gut beraten, EEAT zu beachten. 

Ein Blick in die Glaskugel: ChatGPT und andere Tools zur Texterstellung mit Künstlicher Intelligenz stellen Google vor neue Herausforderungen. Es wird in Zukunft vermehrt darum gehen, individuelle und qualitativ hochwertige Online-Inhalte von maschinell erstellter Massenware abzugrenzen. Hierfür könnte EEAT hilfreiche Kriterien liefern. 

Kann man EEAT-Inhalte planen?

Lässt sich EEAT-Content systematisch erstellen? Ausnahmsweise gibt es hierfür eine eindeutige Antwort: Ja, das ist möglich. Denn ein wesentliches Kennzeichen von EEAT ist die Langfristigkeit. Elemente wie Erfahrung, Autorität, Expertise und Vertrauen können nur langsam und nachhaltig aufgebaut werden. 

Eine Website kann sich Vertrauen beziehungsweise eine gute Online-Reputation nur durch kontinuierlich hochwertigen Content verdienen. Und gerade hierfür gibt EEAT eine gute Orientierung. Um bei den einzelnen EEAT-Faktoren möglichst gut abzuschneiden, empfehlen sich folgende Herangehensweisen: 

  • Experience: So wenig Informationen und Content aus zweiter Hand wie möglich. Die Website sollte immer wieder ihre Nähe zu dem Produkt oder Thema aufzeigen, um das es letztlich geht. 
  • Expertise: Fokussierung auf bestimmte Themen, breite Abdeckung des Themas, gründliche Recherche des Contents, Verzicht auf User-generated Content bei sensiblen Themen. Zumindest sollten fremde Quellen deutlich als solche gekennzeichnet werden.   
  • Authoritativeness: Offpage-SEO durch hochwertige Backlinks und gute Bewertungen, die Beauftragung von Experten für Gastbeiträge, idealerweise ein eigener Wikipedia-Eintrag.
  • Trustworthiness: Einwandfreies Impressum, vollständige Kontakt-Infos, verschlüsselte Datenübertragung (HTTPS), zuverlässige Bezahlsysteme für Online-Shops, Trust-Elemente, korrekte Rechtschreibung, klare Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten.

EEAT-Content setzt kontinuierliche Arbeit voraus. Es geht um zielgruppengerechte Inhalte, gründliche Themenrecherche, die userfreundliche Struktur der Website und eine verständliche Sprache. Ein weiterer wichtiger Punkt sind regelmässige Aktualisierungen, um die Informationen stets auf dem neuesten Stand zu halten. Veraltete Fakten und Fakenews sind Gift für EEAT.

EEAT-Inhalte mit ChatGPT – geht das? 

EAT gibt es seit 2018 - da war ChatGPT noch Zukunftsmusik. Frei verfügbare KI hat vieles im Netz geändert. Es ist einfacher denn je, Content zu erstellen oder bereits vorhandene Inhalte anzupassen. Hilft maschinelles Lernen auch für die Optimierung von Webseiten im Sinne von EEAT? Hier ist Vorsicht geboten. Denn wer sich ohne Weiteres auf Künstliche Intelligenz einlässt, geht ein hohes Risiko ein. Gehen wir doch einfach mal alle vier EEAT-Punkte durch: 

  • Experience? ChatGPT erzeugt keine neuen Informationen – vor allem nicht aus erster Hand. 
  • Expertise? KI-erstellter Content kann sich langfristig nicht positiv auf die Expertise des Autors auswirken. Im Gegenteil: Eine Website, auf der wiederholt auswechselbare Inhalte erscheinen, wird sich nie aus der Masse hervorheben. 
  • Authoritativeness? ChatGPT stellt bereits vorhandene Informationen neu dar. Die KI kann aber keine neuen Erkenntnisse hervorbringen, die zum Beispiel die Diskussion um ein Thema in eine neue Richtung bringen. KI-Content kann also nicht „massgeblich“ im Sinne von Authoritativeness sein. 
  • Trustworthiness? Fehlanzeige. Das gibt ChatGPT sogar selbst zu – und antwortet auf die Frage, ob man ChatGPT-Inhalten vertrauen kann: „ChatGPT-Inhalten kann man nicht bedingungslos vertrauen, da Fehler möglich sind und eine sorgfältige Überprüfung erforderlich ist.“

Was tun? Letztlich kann ChatGPT ein wertvolles Werkzeug sein, um bei der Erstellung von suchmaschinenoptimiertem Content zu helfen. Wohlgemerkt: ein Werkzeug als Hilfe. ChatGPT kann einen Autor nicht ersetzen. Das gilt insbesondere unter EEAT-Gesichtspunkten. 
Tipp: Eine Kombination aus ChatGPT und menschlichem Input kann gute Ergebnisse liefern. Die Stärke von ChatGPT ist die schnelle Informationsverarbeitung. So eignet sich zum Beispiel das Erstellen von Listen zu einem bestimmten Thema, um keinen relevanten Punkt zu vergessen. Die von der KI erstellten Textvorlagen brauchen aber mehr: zum Beispiel die Kreativität, das Kontextverständnis und die Fachkenntnis eines menschlichen Autors. Nur so kann hochwertiger Content entstehen.

Fazit

EAT oder EEAT – was bedeutet das für die Suchmaschinenoptimierung? Kurz und bündig: unter dem Strich nichts wirklich Neues. Es bleibt bei der alten Weisheit: Content is king. Gute Inhalte punkten langfristig und nachhaltig – und wirken sich positiv auf den Autor oder eine Domain aus. 

Wer sich auf Dauer gute Google-Positionen verschaffen möchte, erhält mit EEAT eine gute Orientierung. Die EEAT-Kriterien werden in Zukunft wahrscheinlich noch wichtiger werden, um hochwertigen Content von ChatGPT-Texten unterscheiden zu können, die man sich selbst erstellen lassen kann, ohne die Google-Suche zurate zu ziehen. 

Dass hinter EAT, EEAT oder den Quality Rater Guidelines von Google letztlich echte Menschen stehen (die Evaluatoren), ist sehr beruhigend. Qualität setzt sich durch – so lange die Adressaten von Online-Inhalten ebenfalls echte Menschen sind. Und das wird hoffentlich noch eine Zeitlang so bleiben.

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