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Daniel Wendel

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Google for Jobs: Was ändert sich aus Sicht der Jobportale? (Teil 2)

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Google for Jobs aus Sicht der Jobportale

Google for Jobs kommt. In Deutschland, Frankreich und Holland bietet die Suchmaschine seit Neuestem eine ausgeklügelte Jobsuche an. In den USA ist Google for Jobs bereits seit 2017 verfügbar. Wann wir als Schweizer vom neuen Google-Angebot profitieren können, ist nur noch eine Frage der Zeit.

Zweifellos wird sich dadurch die Jobsuche ändern. Welche Tendenzen zeichnen sich jetzt schon für die bestehenden Jobportale in der Schweiz ab? Welche Gefahren drohen dem Wettbewerb? Wie können sich die Stellenbörsen am besten auf die Änderungen vorbereiten? Hier lesen Sie mehr über die zu erwartenden Entwicklungen.

Die neue Google Stellenbörse

Wie Google for Jobs funktioniert, haben wir schon in unserem ersten Teil (Erste Erfahrungsberichte zu Google for Jobs) über das neue Jobportal erklärt. Hier noch einmal die wichtigsten Punkte: Was ist das neue Google Jobportal?

  • Es handelt sich um keine neue Website, sondern um eine für Stellenanzeigen optimierte Google-Suche.
  • Wer im Google-Suchfeld eine «Job-Anfrage» eingibt, erhält als Ergebnis zunächst eine hervorgehobene Box („Jobs in X-Stadt“).
  • Diese neue Box zeigt relevante Stellenanzeigen und wartet mit besonderen Funktionen auf.
Google for Jobs Box
Google for Jobs Box

In der Google for Jobs Box findet der Suchende eine Auflistung von Stellenanzeigen, die für ihn infrage kommen. Die dort bereitgestellten Informationen werden direkt aus der bestehenden Anzeige gezogen – zum Beispiel aus einem Jobportal oder der Karriereseite eines Unternehmens. Der User erhält bei Google selbst bereits die wichtigen Informationen, gelangt bei näherem Interesse zum Schluss aber trotzdem auf die Seite des Anbieters.

  • Google for Jobs ist streng genommen also kein neues Jobportal, sondern nur eine auf Stellenanzeigen optimierte Suche. Das Prinzip ist hier ähnlich wie bei Google Shopping.

Erste weltweite Erfahrungen

In den Ländern und Regionen, in denen die Google Jobbörse bereits seit längerer Zeit verfügbar ist, zeigt sich, dass die pessimistischen Prognosen für bestehende Jobportale durchaus realistisch sind.

Beispiel USA: Hier startete Google für Jobs im Jahr 2017. Damals hatte der Online-Stellenbörsen-Gigant Monster noch monatliche Zugriffszahlen von 26 Millionen. Zwei Jahre später (April 2019) war die Besucherzahl auf 12 Millionen pro Monat gesunken. Und dieser Verlust wurde trotz (oder gerade wegen?) der Zusammenarbeit mit Google Jobs verzeichnet.

In Deutschland lehnen Indeed und Stepstone bisher noch eine Zusammenarbeit mit Google ab. Sie setzen weiterhin auf ihre Alleinstellungsmerkmale – zum Beispiel auf besondere Funktionen, die Google for Jobs nicht anbietet. Indeed und Stepstone sind überzeugt, dass sich Qualität letztlich gegen die „Suchmaschine für alles“ durchsetzen wird. Übrigens findet man diese beiden Anbieter aber als kleine Werbelogos auf dem oberen blauen Balken der Jobbox von Google.

Das Problem liegt auf der Hand – das zeigen auch die ersten Erfahrungen in Spanien und Grossbritannien, wo Google for Jobs bereits seit 2018 am Start ist. Jobportale, die ihre Anzeigen möglichst perfekt an die Google-Vorgaben anpassen, schlagen zwar die Konkurrenz. Letztlich fördern sie aber denjenigen, der nach und nach immer mehr eigenständige Unternehmen im Bereich der Jobsuche verdrängen wird: Google. Vor allem lauern hier zwei grosse Gefahren.

Gefahr Nr. 1: Geht’s auch ohne Online-Stellenbörsen?

Wenn ein Unternehmen Stellen ausschreibt, gibt es zukünftig zwei grundsätzliche Strategien. Entweder wird dieselbe Anzeige auf verschiedenen Jobportalen veröffentlicht (eventuell mit geringen einzelnen Abweichungen) oder es wird einfach eine IT-Schnittstelle auf der eigenen Karriereseite geschaffen, damit Google die Anzeige sofort findet und leicht auswerten kann.

Die zweite Alternative ist schon auf den ersten Blick verlockend. Mehr Reichweite (denn jeder kennt Google) bei niedrigeren Kosten. Es fällt weniger Geld für Inserate an. Bestehende Online-Jobbörsen müssen daher in Zukunft sehr viel Überzeugungsarbeit leisten, um ihre Kunden zu behalten. Ob auch Google langfristig für seinen Service Geld verlangen will, ist offen. Einiges spricht dafür. Schliesslich handelt auch Google nicht ausschliesslich aus Nächstenliebe.

Gefahr Nr. 2: Duplicate Content

Auf der Suche nach neuen Vollzeitbeschäftigten, Teilzeitkräften oder Freelancer haben Arbeitgeber ihrer Anzeigen bisher bei mehreren Jobportalen gleichzeitig eingestellt. Denn dieses Verfahren erhöht die Reichweite und damit die Wahrscheinlichkeit, geeignete Bewerber zu finden.

Aber jeder SEO-Experte wird hier bereits aufhorchen: die gleiche Anzeige, platziert auf unterschiedlichen URLs? Was tut Google mit Duplicate Content? Genau: Doppelte Inhalte werden gnadenlos eliminiert. Am Ende bleibt nur eine Seite in den Suchergebnissen stehen. Und so wird es auch bei Google for Jobs gehandhabt. Eine Anzeige bleibt bestehen, alles andere fliegt raus.

Dies ist die grösste Gefahr, die den bestehenden Online-Stellenvermittlungen auf Dauer zu schaffen machen wird. Die eigene Anzeige wird bei Google nicht auftauchen – und weil die meisten Jobsuchenden Google nutzen, gehen die Klickraten in den Keller. Experten befürchten heute schon, dass Google den Wettbewerb auf dem Markt ganz erheblich beeinflussen, wenn nicht völlig zerstören wird.

Gerade kleinere Jobportale können hieraus aber auch Kapital schlagen, indem sie ihre Anzeigen jetzt schon für Google Jobs optimieren. So verschaffen sie sich im zweifellos härter werdenden Konkurrenzkampf der Stellenvermittler eine optimale Ausgangsposition und können die weiteren Entwicklungen beobachten.

Neue Aufgaben für bestehende Jobbörsen

Der Markt für Jobportale wird sich ändern – das steht ausser Zweifel. Nur diejenigen Unternehmen, die sich dieser Entwicklung nicht verschliessen, werden auf Dauer bestehen können.

Deshalb ein Tipp: Wie wäre es mit einem Brainstorming im Unternehmen? Google for Jobs wird bald Realität sein. Wie kann sich Ihr Unternehmen darauf einstellen? Vielleicht mit folgenden Ideen:

  • Für Online-Stellenvermittlungen werden die neuen Features der Google Stellenbörse zur Herausforderung. Es gilt deshalb, die Kunden mit ebenso nützlichen neuen Funktionen auf der eigenen Seite zu überzeugen.
  • Bieten Sie Ihren Arbeitgeber-Kunden Hilfe bei der Aufbereitung von Stellenanzeigen, die fehlerfrei und kompatibel für die Google Jobsuche verwendet werden können.
  • Weisen Sie Arbeitgeber auf die Relevanz von Google für die Jobsuche hin – und darauf, dass Sie selbst über die Kompetenz und das Know-how verfügen, die neue Google Jobbörse optimal auszunutzen: Mehr Traffic durch Google-Optimierung von Stellenanzeigen!

Dies alles ist insbesondere deshalb notwendig, weil die Arbeitgeber von sich aus nach dem neuen Google Jobportal fragen werden. Denn auch sie kommen an Google for Jobs nicht vorbei, wenn sie ihre Anzeigen an eine möglichst genau bestimmte und grosse Zielgruppe richten möchten.

Kreativität ist gefragt. Wichtig wird es sein, die Entwicklungen nach der Einführung der Google Stellenbörse in der Schweiz kontinuierlich zu beobachten, Trends frühzeitig zu erkennen und auf diese zu reagieren. Damit verschaffen sich intelligente Unternehmen lukrative Vorteile.

Wie sehen die Lösungen aus?

Noch ist Google for Jobs bei uns nicht verfügbar. Aber weil dieses neue Google-Feature bereits in über einhundert Ländern weltweit verfügbar ist, spricht überhaupt nichts dagegen, dass sich auch bei uns innerhalb kürzester Zeit sehr viel auf dem Markt der Online-Stellensuche ändern wird. Die Uhr tickt. Was sollten Stellenportale bereits jetzt machen? Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, um auf die kommenden Entwicklungen zu reagieren:

  • Zusätzliche Offline-Angebote, die den Schwerpunkt auf persönliche Beratung legen, dabei aber auch die Google-Suche integrieren. Der menschliche Faktor wird gerade bei der Stellensuche nicht verloren gehen.
  • Kleinere Stellenvermittlungen werden um die Zusammenarbeit mit Google wohl kaum herumkommen. Spezialisierte Stellenbörsen könnten ihr Nischen-Know-how dabei nutzen, um ihren Unique Selling Point im Vergleich zu den grossen Anbietern deutlich zu machen.
  • Bieten Sie Funktionen an, die es bei Google nicht gibt. Wenn die User den Mehrwert erkennen, werden sie auf Dauer zu treuen Kunden. Und: Qualität spricht sich herum – gerade im Netz.

Vorausschauende Jobbörsen nutzen heute schon alle Marketing-Kanäle. Vor allem Social Media spielt hier eine grosse Rolle. Gute Erfahrungen mit Online-Stellenvermittlungen verbreiten sich auf Twitter, Facebook, Instagram und anderen Portalen in Windeseile. Social Media ist einer der wenigen Marketing-Kanäle im Internet, der vergleichsweise wenig von Google beeinflusst wird.

Fazit

Niemand wird um die neue Google Jobbörse herumkommen – und das gilt ganz besonders für die bestehenden Jobportale in der Schweiz. Wer sich jetzt nicht auf die Änderungen einstellt, wird das Nachsehen haben. Wahrscheinlich wird die Entwicklung ähnlich wie beim Online-Handel sein: Wer auf Dauer bestehen will, muss die von Google Shopping und Amazon gesetzten Realitäten anerkennen und versuchen, unter den neuen Bedingungen gewinnbringend zu arbeiten.

Das gilt insbesondere für die Gestaltung und Aufbereitung von Stellenanzeigen. Denn letztlich wird Google auch durch das neue Feature Google Jobs nicht zum Anbieter, sondern nur zur Durchgangsstation. Eine gut gestaltete Job-Anzeige auf der eigenen Website führt letztlich dazu, dass der Stellensuchende die Anzeige bei Google findet – und auf sie klickt. Wer sich bei dieser Aufgabe von Profis helfen lässt, wird langfristig gewinnen.

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